Torsten Fuhrberg - Vita

Torsten Fuhrberg

Nach einer Lehre zum Werbekaufmann, einem anschließenden redaktionellem Volontariat bei einer Wochenzeitung  und einem betriebswirtschaftlichen Studium an der FU Berlin begann seine berufliche Laufbahn bei  der Werbeagentur Dorland in Berlin. Hier war Herr Fuhrberg  als Texter und Konzeptioner für einige bedeutende Zigarettenmarken und pharmazeutische Produkte tätig. 1975 erfolgte dann der Einstieg in das Messewesen. Bei der Berlin Messe war er zunächst als Referent für die Werbung von  Fachmessen und Fachkongressen verantwortlich; vor seinem Ortswechsel nach Düsseldorf prägte er in seiner letzten Position bei der Berliner Messegesellschaft als Abteilungsleiter die Unternehmenskommunikation dieses Unternehmens. 

1982 übernahm er bei der amerikanischen Messegesellschaft Clapp & Poliak die Leitung des Bereichs Inlandsmessen; nach dem Verkauf der Gesellschaft an die Cahners Exposition Group übernahm er zusätzlich auch die Vermarktung einiger  Auslandsprojekte. Mit der Übernahme der Gesellschaft durch die Reed–Gruppe war Herr Fuhrberg auch verantwortlich für die Vermarktung der Auslandsmessen dieser Gesellschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als Mitinhaber der privaten Messegesellschaft Dr. Kater Marketing GmbH entwickelte Herr Fuhrberg ab 1985  eine Vielzahl von Fachmessen und Fachkongressen  in Deutschland. 

Mit dem Verkauf des Unternehmens an die Messe Frankfurt war er als Geschäftsführer verantwortlich für alle in- und ausländischen Projekte dieser Gesellschaft. 1994 stieg er  in die bereits 1985  zusammen mit Gabriele Haase gegründete MCO ein. In den Jahren nach seinem Eintritt wurden zahlreiche Projekte im In- und Ausland aufgebaut und einige neue Gesellschaften gegründet, die einen strategischen  Bezug zum Veranstaltungswesen haben. Heute ist Herr Fuhrberg verantwortlich für die Unternehmensgruppe und für eine Reihe eigener Projekte innerhalb der MCO.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Herr Fuhrberg auch ehrenamtlich seit vielen Jahren engagiert. So hat er den internationalen Filmwettbewerb "Berliner Klappe" erfunden und über viele Jahre verantwortlich organisiert. Auch der Internationale Druckschriften-Wettbewerb für Werbung, Verkaufsförderung und Public Relations entstammt seiner Initiative.

Mitgeholfen hat Herr Fuhrberg auch bei der Entwicklung des BoB - des Business to Business Award, des deutschen Verkaufsförderungswettbewerbs und des Wettbewerbs "Die informative Verpackung". Von 1975 bis heute hat Herr Fuhrberg in verschiedenen Verbänden der Kommunikationswirtschaft über längere Jahre hinweg verantwortliche Führungsaufgaben in der Verbandsspitze wahrgenommen.

2006 gründete er die gemeinnützige Organisation „ Ad Meliorem – Äthiopienhilfe e.V“, die sich zum Ziel gesetzt hat, mit eigenem Geld Hilfsprojekte in diesem bitterarmen Land zu unterstützen.

Fragen zur Person

Was war bisher Ihr größter beruflicher Erfolg?
Mein größter beruflicher Erfolg war sicherlich die DIMA von einer kongressbegleitenden Ausstellung mit 400 qm  zu einer  europäischen Fachmesse mit über 14.000 qm Nettofläche aufgebaut zu haben.

Was war Ihre beruflich größte Niederlage?
Genau diese Messe im wirtschaftlichen Krisenjahr 2003 an die Messe Düsseldorf verkaufen zu müssen und mit ansehen zu dürfen, wie diese einst sehr erfolgreiche Veranstaltung schon zwei Jahre später eingestellt worden ist.

Was war ihr spannendstes Projekt im Veranstaltungswesen?
Da gibt es viele Projekte. Die Verdoppelung der Fläche der Fachmesse Marketing-Services im Jahr 1985 von 8000 auf 16.000 qm netto war für mich sehr spannend, weil dies damals den Durchbruch für diese Messe bedeutete. Höchst aufregend war auch meine  erste wirklich große Veranstaltung in der Live-Kommunikation: 1987 die Organisation eines  Welt-Symposiums für Apple mit rund 3000 Teilnehmern in Heidelberg. Aber auch  an die legendären DIMA-Parties in Wiesbaden erinnere ich mich gerne. Und natürlich meine ersten drei Auslandsmessen:   1984 , die Marintec China  in Shanghai, 1985 die Interbevin Chicago und 1985 die Asian Aerospace in Singapur. Ich erinnere mich insgesamt sehr gut an meine ersten Projekte, an sehr erfolgreiche Veranstaltungen und an Projekte, die in die „ Hose gegangen“ sind. Leider vergißt man die vielen, vielen gut organisierten und erfolgreichen Projekte, wo nicht wirklich etwas passiert ist.

Gibt es Projekte an die Sie sich ungern erinnern?

Natürlich gibt es auch diese Projekte: 1982 habe ich einmal  eine Fachmesse unter dem Namen „ Konstuktion+Design“  in Stuttgart organisiert. In der Nacht zum ersten Veranstaltungstag ist das Thermometer von +5 C auf -17 C gesunken. Da haben auch die Heizungsanlagen der Messegesellschaft versagt und trotz schnell herbeigeschaffter mobiler Bauheizlüfter hat es fast einen Tag gedauert bis die Halle einigermaßen warm  war. Ich hatte an diesem Tag  Angst durch die Messe zu gehen. Das ist mir danach so noch nie wieder passiert.

Haben Sie auch schon einmal Lehren gezogen aus falschem Verhalten?
Auch hier gibt es sicherlich viele Punkte, die ich aufzählen könnte. Nobody is perfect! Wir befinden uns ja in einem ständig wechselndem Prozeß der Entwicklungen im Messewesen und da muß jeder seine eigene Verhaltensweise immer wieder neu überdenken. Eine gravierende Konsequenz habe ich jedoch schon 1985  in meiner anfangszeit aus meinem Fehlverhalten  gezogen: Im Rausch des Veranstaltungserfolges der Marketing-Services habe ich damals am Stand des Art Directors Club soviel Champagner getrunken, dass ich in den ersten Stunden des zweiten Messetages wirklich Schwierigkeiten hatte, die Messe zu führen. Seit dieser Zeit trinke ich während der Veranstaltungen keinen oder fast keinen Alkohol  mehr. Und ich versuche dies auch meinen Mitarbeitern und Mitarbeitern zu vermitteln.

Was halten Sie für das größte Unglück in dieser Welt?
Die Armut und die Unfähigkeit unserer Gesellschaft hier wirklich helfen zu wollen. Um hier einen kleinen Beitrag leisten zu können, habe ich Ad Meliorem gegründet.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Vergesslichkeit und kleine Unhöflichkeiten.

Was stört Sie an Menschen am meisten?
Arroganz

Was ärgert Sie?
Rüpelhafte Autofahrer und die zum Teil völlig überzogene Einkünfte angestellter Top-Manager

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen am meisten?
Standfestigkeit

Mit welchen Menschen umgeben Sie sich gerne?
Mit Menschen, die etwas zu sagen haben, die gerne diskutieren, gutes Essen lieben und eine Portion Humor haben.

Welche Eigenschaften  an Menschen mögen Sie nicht?
Absicherungsmentalität, Hinterhältigkeit

Ihr Hauptcharakterzug?
Glaubwürdiges Handeln

Ihre größten Fehler?
1.Vertraue häufig zu vielen Menschen; sehe zunächst immer nur das Gute im Menschen
2. Ungeduld

Welches Buch haben Sie gerne gelesen?
Da gibt es sicherlich viele Bücher. Geprägt haben mich in erster Linie die Bücher  „ Denke-Das IBM-Prinzip von Watson, Avlin Toflers Buch  „ Die dritte Welle“ und Tom Peters „ Auf der Suche nach  Spitzenleistungen“. Belletristik lese ich seit Jahre nicht mehr. Ich sammele jedoch alle Literaturnobelpreisträger und habe mir vorgenommen in meinem „ Unruhestand“ diese Bücher mit Muße zu lesen.

Welches Talent möchten Sie gerne besitzen?
Ein Klavier wirklich gut spielen zu können

Was wären Sie  beruflich gerne geworden, wenn Sie nicht in die Veranstaltungsbranche gegangen wären?
Politiker oder Filmproduzent

Wo machen Sie gerne Urlaub?
Ich liebe das Meer und die Natur. Ich mag keinen künstlichen Luxus, z.B. Dubai. In Deutschland liebe ich den Darss an der Ostsee. In Europa: Ibiza und Kas in der Türkei. In der Welt: die Seychellen, die Insel Koh Phangan in Thailand und die Halbinsel Samana in der Dominikanischen Republik.

Was genießen Sie gerne?
Ich liebe gutes Essen und die Kunst.Wo immer ich bin und noch etwas Zeit habe, versuche ich diesen Leidenschaften  gerecht zu werden.

Welchen Sport lieben Sie?
Ich bin 17 Jahre als PPL-Pilot durch ganz Europa geflogen. Berufsbedingt habe ich dieses Hobby jedoch vor einiger Zeit  leider aufgeben müssen. Ich drehe täglich meine Runden im Pool, aber als Sport kann ich das nicht bezeichnen. Wenn ich Wandern als Sport bezeichnen darf, dann ist dieses sicherlich mein aktuelles sportliches Hobby. Für Fußball ,Tennis, Boxen oder Autosport habe ich nicht viel übrig - kann deshalb da auch nicht mitreden.

Welche Website klicken Sie am meisten an?
Web.de und Wetter.de

Ihr Lebensmotto?
Leben und leben lassen

Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?
Er war ein angenehmer Mensch, der sich für viele Dinge interessierte  und immer wieder im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas bewegt hat